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AMME! // Kritik aus der Marler Zeitung |
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Wissen sichert Macht Wer hätte gedacht, dass im Loe-Theater noch einmal ein Theaterstück gezeigt werden würde? Die Gruppe ideenrausch brachte das ehemalige Hülser Kino noch einmal auf Vordermann und führte dort ihr Kammerstück "Amme" auf. Die Zukunftsszenarien erinnern an Science-Fiction. Aber die Zukunft ist nicht das eigentliche Thema des Stückes von Sven Dittrich. Eigentlich offenbaren diese Szenen allgegenwärtige Gedanken eines jeden von uns: Wünsche und Ängste die jeder schon hatte, ohne sie jemals auszusprechen: "Und wieder sitze ich aufrecht, kaltschwitzend mit verzweifelnd nach Halt suchenden Augen in meinem Bett", offenbart die Amme (Helge Salnikau). Wer redet so offen über seine Alpträume!? Wer hat das Recht auf Information? Auch das Recht auf Information ist ein wichtiges Thema des Stücks. Wer darf etwas wissen? Gerade im Hinblick auf die derzeitige Debatte um die Medienmogule Berlusconi und Murdoch, stellt man sich die Frage, ob Einzelne entscheiden dürfen, was andere wissen oder nicht wissen sollen. Im Stück " Amme" ist dies der Lesende (Sebastian Jerzembek). Er bekommt seine Informationen in Form von Briefen, da er im Gegensatz zu anderen lesen kann. Nur derjenige, der Informationen hat, kann entscheiden, wer etwas wissen darf. Der Einsatz verschiedener Medien, wie Musik oder Film unterstreicht den modernen Charakter des Stückes. Die Zuschauer wissen am Anfang nicht, worum es geht und wer von den Darstellern welche Rolle spielt. Doch gerade das macht das Interessante aus, denn man selbst macht sich Gedanken zu dem Stück, lässt sich nicht berieseln, sondern wird aktiv. Rund 70 Premierengäste spendeten langen Applaus und bejubelten das Ensemble. Insgesamt dreimal wird das Stück im Loe-Theater aufgeführt. Nach der Premiere am Mittwoch und der gestrigen Vorstellung, die auch Schirmherrin Uta Heinrich erleben wollte, findet heute um 20 Uhr die dritte Aufführung statt. Leider ist es im Theater, das ja eigentlich abgerissen werden soll, recht kühl. Gegen die Kälte halfen auch die zahlreichen Heizlüfter nicht, so dass viele Zuschauer das ehemalige Kino rasch nach der Vorstellung verließen. Die Gruppe ideenrausch, wünscht sich, dass es auch weiterhin ein Theater im Hülser Filmtheater gibt und hofft, dass die Stadt diese Idee unterstützt. -ja 12. April 2002 |