AMME! // Vorbericht der Marler Zeitung

 

Ein Ideenrausch soll Marls Kultur beleben

Marls engagierteste und produktivste Theatergruppe will mit einem Ideenrausch die städtische Kulturszene beleben: Das Theater eigenArt plant für dieses Jahr gleich drei Bühnen-Projekte und eine Foto-Ausstellung. Alle Veranstaltungen werden im Internet angekündigt. Und weil mit der gesteigerten Aktivität ein neues Konzept verbunden ist, nennt sich eigenArt ab sofort "ideenrausch".

Mit einer Party für Marler Jugendliche an geheimem Ort und der Uraufführung des neuen Kammerstücks "Amme" will das Ensemble seine Premiere unter neuem Namen feiern. Am 10., 11. und 12. April – jeweils um 20 Uhr – ist "Amme" in der Aula des Albert-Schweitzer- und Geschwister-Scholl-Gymnasiums zu sehen. Die Haupt- und Titelrolle spielt Helge Salnikau (vormals Oper am GiL).

"Amme" ist das Psychogramm eines ängstlichen Menschen, der sich als fremdbestimmt erlebt. In einem Alptraum wähnt er sich als Amme der Bio-Industrie und kümmert sich um die Total-Versorgung von Embryonen, die sechs Jahre lang in ihren Zellen bleiben.

"Es geht in diesem Stück um Probleme, die jeder Mensch hat. Deshalb wird sich auch jeder angesprochen fühlen", ist Autor und Regisseur Sven Dittrich (23) überzeugt. Er arbeitet als Regieassistent beim WDR und ist Kopf und Mitgründer der Theatergruppe, die sich aus ehemaligen Schülern des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG) zusammensetzt. Ein harter Kern aus 15 Darstellern macht seit sieben Jahren in und für Marl Theater: Bekannt wurde eigenArt (vormals Cooltour) mit den Aufführungen von Turrinis "Minderleistern" vor "La Tortuga" und von Georg Kaisers "Bürgern von Calais" im Marler Theater.

Im April präsentiert sich "ideenrausch" mit dem Film "Making of Amme" im Bürgerfernsehen. Für Juni plant die Initiative eine Ausstellung von Fotos und Gemälden, die sich mit der Stadt Marl auseinander setzen. Angedacht ist auch der Aufbau eines Kultur-Netzwerks. -HPM

26. Februar 2002