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Sechs
Menschen grübeln über den Sinn des Seins
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Während klirrende Kälte die Dreharbeiten des Filmes "grand mal heißt großes Übel" begleitet hatte, glich das Raumklima in der Galerie Lebensraum bei der Premiere einer Sauna. Von Svenja Wendler Mit Fächern und Zeitschriften bewaffnet fächelten sich die über 100 Gäste der Premiere die vollen 50 Minuten ein wenig kühle Luft zu. Trotz der Hitze zog die Geschichte des George W. das Publikum in seinen Bann. Die schnelle und perspektivenreiche Kameraführung glich der von professionellen Psychoschockern. Jedoch grenzt sich die Geschichte durch ihr dramatisches Niveau klar von den Hollywoodvideos ab. George W., Führer einer mächtigen Nation, ist verantwortlich für den Tod von Millionen Menschen durch Atomanschläge. Gefangen in einem Schutzbunker trifft er einen Araber, eine Hure, die gute Fee, eine Verrückte und seine Beraterin. Mit ihnen sinniert er über die Folgen seines Handelns. Anhand von elf grundlegenden Fragen versuchen die Sechs den Sinn ihres Daseins zu ergründen. Alle Figuren auf die George W., gespielt von Helge Salnikau, trifft, stehen für bestimmte Urängste, die in jedem Menschen stecken. Besonders stark waren diese weltweit bei jedem Menschen nach den erschütternden Gewaltanschlägen des 11. September 2001. Dieses traumatische Ereignis hatte "ideenrausch"-Gründer Sven Dittrich, Autor des Theaterstückes "grand mal heißt großes Übel", zum Schreiben bewogen. Der Begriff Grand Mal beschreibt einen starken epileptischen Anfall, den auch Hauptfigur George W. erleidet. Flimmernde Bilderwechsel und eine spannungssteigernde Musik lassen den Betrachter einen Eindruck von der Verwirrung eines derartigen Anfalls spüren. Drehorte für den Film der Theatergruppe ideenrausch waren unter anderem das Schloss Lembeck, sowie der Kohlenkeller des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. Über die große Hilfsbereitschaft der Schlossbetreuer freute sich Cutter und Co-Drehbuchautor Stefan Korte ganz besonders. Auch das Bürgerfernsehen BOK unterstützte die Film-Crew mit ihren Kameras. Nach vier Wochen Dreharbeiten folgte ein halbes Jahr Schnitt und Vertonung. Auch bei den Filmschnittarbeiten half das Profi-Schnittsystem des Bürgerfernsehens. Marler Zeitung, Dienstag, 12. August 2003 |